Archive for ‘Deutschland’

September 20, 2012

Das große Finale in Brüssel

Nach der Nacht im Parc du Cinquantenaire (Jubelpark) starteten wir morgens mit Hunderten von Menschen zu unserem großen Marsch vorbei an den europäischen Institutionen. Die Fahrräder wurden heute geschoben. Unseren ersten Stopp machten wir am Europäischen Rat, wo wir dem DG AGRI (Directorate-General for Agriculture and Rural Development) unser Fotoalbum übergaben. Der nächste Halt war bei der Europäischen Kommission, wo wir EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos ebenfalls ein Fotoalbum übergaben. Begleitet von zahlreichen geschmückten Traktoren, bunten Kostümen und einer Balkan-Brass-Band zogen wir weiter durch Brüssel bis vor das Europäische Parlament. Dort waren zahlreiche Stände aufgebaut, es gab Essen und Trinken und viele Informationen. Auf der Bühne sprachen TeilnehmerInnen des Good Food Marchs, aber auch PolitikerInnen. Selbst EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos kam später auf die Bühne und sprach zu den Good Food Marchern. Nachmittags folgte dann die hochkarätig besetzte Konferenz zur Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik im Europäischen Parlament, die von ARC 2020 und Slow Food International organisiert wurde und draußen vor dem Parlament übertragen wurde.

Der Good Food March ist nun vorbei, doch wir werden uns weiter für eine gerechtere, umweltverträglichere und sozialere GAP einsetzen! Wir möchten uns bei allen RadlerInnen, bei allen lokalen OrganisatorInnen, BäuerInnen, UnterstützerInnen und EssensspenderInnen für die großartige Zeit bedanken! Ein besonders großer Dank gilt auch unserem Kochteam, der Fläming Kitchen. Dieser Good Food March war ein wunderbares Ereignis, welches ohne euch alle nicht möglich gewesen wäre! Vielen Dank!

Wir hoffen, euch alle wiederzusehen am 19. Januar 2013 in Berlin zur großen “Wir haben es satt!”-Demo! Oder beim nächsten Good Food March…?

September 18, 2012

Angekommen in Brüssel!!

Wir sind da!! Gegen 16:30 Uhr sind wir heute in Brüssel eingetroffen. Der heutige Tag verging wie im Flug.

Nach dem Frühstück gab es noch eine kleine Führung durch das alternative Wohnviertel in Louvain-la-Neuve und dann starteten wir zu unserer letzten Etappe. Etwa 40 km lagen vor uns und wir kamen zügig voran. Den Traktor samt Anhänger und einen weiteren Traktor wollten wir am frühen Nachmittag treffen. Mittags machten wir eine kurze Pause und dann fuhren wir zum Traktor-Treffpunkt, wo weitere RadlerInnen auf uns warteten. Der zweite Traktor wurde noch mit Gemüse, Blumen und Bannern geschmückt. Um 15 Uhr traf dann die Polizei ein um uns abzuholen.

Mit einer Eskorte aus Polizeimotorrädern fuhren wir über den Boulevard du Souverain in Brüssel ein und am Triumphbogen vorbei in den Parc du Cinquantaire. Dort erwartete uns ein kleines Begrüßungskomittee. Nach einer Weile trafen auch die anderen Routen aus Holland, Frankreich und England ein. Jetzt wird gefeiert!

September 18, 2012

Von Namur nach Louvain-la-Neuve

Am Morgen holte uns die Polizeieskorte in Bonnine ab um uns in das nahegelegene Namur zu bringen. Da dort schon seit dem Wochenende die Fête de la Wallonie stattfand, waren viele Straßen gesperrt und unser großer Schlepper mit den vielen bunten Kühen hatte Mühe sich seinen Weg durch die Stände und Fußgänger zu bahnen.

In Namur empfingen uns verschiedene Organisationen und in einem bunten Pavillon fand ein Treffen mit den wallonischen Landwirtschaftsministern und weiteren politischen Vertretern statt. Nach einem Gespräch mit den Politikern über den Good Food March, die GAP-Reform und die Situation der Landwirtschaft in Belgien und besonders in der Wallonie, gab es eine Verköstigung mit regionalen Produkten. Unsere Küche hatte für warmes Essen gesorgt und so saßen bald alle zusammen an langen Tischen. Am frühen Nachmittag kam dann eine weitere Polizeieskorte um uns wieder aus der Stadt herauszugeleiten.

Da wir uns am Vortag entschieden hatten, lieber auf kleineren Nebenstraßen zu fahren, verließ uns die Polizei am Radweg und der große Traktor fuhr zunächst alleine weiter um uns später in einem kleinen Ort wieder zu treffen. Von da an fuhren wir ohne Polizeieskorte gemeinsam weiter, was sich als gar nicht so einfach herausstellte, da mal die RadlerInnen auf den Traktor warten mussten, mal umgekehrt. Für unsere Tagesetappe brauchten wir daher relativ lange, kamen aber abends pünktlich zum nächsten Treffen in Louvain-la-Neuve an. Dort empfingen uns Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Organisationen am Rande des großen Campus. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde liefen wir die letzten Meter gemeinsam zu unserem heutigen Ziel, dem Quartier de la Baraque, einem alternativen Wohnviertel in Louvain-la-Neuve. Umgeben von kleinen bunten Gemüsegärten standen schön verzierte Bauwägen, Stroh- und Lehmhäuser und kugelige Bauten, in denen wir teilweise übernachten würden. Unsere Küche hatte – natürlich! – das Essen schon fertig und wir freuten uns auf die warme Hirse mit Gemüse. Nach dem Essen gab es noch eine kleine Spülparty!

September 18, 2012

In Ciney am Jahrestag des belgischen Milchstreiks

Als wir morgens in Wavreilles aufwachten, war es noch dunkel und kalt. Bald zeigten sich aber die ersten Sonnenstrahlen hinter den Bäumen. Kurz vor unserer Abfahrt gab es noch den ersten platten Reifen der Tour – Premiere! Mit etwas Verzögerung ging es dann los. Der Weg war schön, hatte aber wieder einige Steigungen zu bieten. Unterwegs gab es noch ein paar Fahrradprobleme, so dass wir nur langsam vorankamen. Nach einem kurzen Zwischenstopp an einem landwirtschaftlichen Kollektiv ging es dann aber zügig weiter durch sonnenbeschienene Mohnfelder und grüne Hügel.

Mit einiger Verspätung kamen wir am Rande von Ciney an. Dort warteten schon die belgischen Milchbauern und die Presse auf uns: es war der dritte Jahrestag des großen Milchstreiks in Belgien. Am 16. September 2009 hatten die belgischen Milchbauern an diesem Ort 3 Millionen Liter Milch aus Protest gegen die fallenden Milchpreise ausgeschüttet. An dem kleinen Denkmal des Jahrestags, einer Stele mit einer Kuh in den belgischen Nationalfarben – das Symbol der “Fairen Milch” in Belgien, standen mehrere Kamera- und Radioteams. Die Ansprachen hatten wir leider verpasst, glücklicherweise waren aber schon weitere Good Food March-TeilnehmerInnen zuvor mit dem Zug nach Ciney gekommen. Sie hatten uns schon auf den ersten Etappen begleitet und wollten sich uns nun wieder anschließen. Spontan waren sie bereit als Vorhut des Good Food Marchs der Presse Rede und Antwort zu stehen. Auch auf der Bühne war der Good Food March  so dann doch noch vertreten. Nachdem die anderen Radlerinnen und Radler eingetroffen waren, gaben uns die Milchbauern einen großen Schlepper mit 10 großen bunten Kühen, welche „Die faire Milch“ in den verschiedenen Sprachen und Ländern repräsentieren, mit auf den Weg. Gemeinsam fuhren wir ins Stadtzentrum von Ciney, wo es warmes Mittagessen von unserer Küche und ein von den Milchbauern organisiertes Barbecue gab. Es war warm und die Sonne lachte vom Himmel.

Am frühen Nachmittag kam dann die Polizei auf den Platz um uns weiter Richtung Namur zu eskortieren. Vorne fuhr ein Polizeiauto, drei Polizeimotorräder stoppten den Verkehr und so fuhren wir auf der Nationalstraße RN 4 weiter Richtung Norden. Ein Teil der RadfahrerInnen zog es vor auf kleinen Wegen weiterzufahren und so trennten wir uns nach einigen Kilometern. Der bunte Treck auf der  großen Hauptstraße kam zügig voran und so waren wir schon bald in Bonnine, wo wir auf dem Schlosshof (Fèrme du Chateau) übernachteten. Abends saßen wir noch lange am Feuer beisammen. Insgesamt waren wir heute 70 km gefahren.

September 16, 2012

Von Libramont über St. Hubert nach Wavreilles

Der nächste Morgen begann trocken und die ersten Sonnenstrahlen zeigten sich am Himmel. Nach wenigen Kilometern machten wir einen kurzen Stopp bei einem Hof, der Weißblaue Belgier (Kühe) im Mastbetrieb hat. Aufgrund einer Genmutation setzten diese Tiere extrem viel Muskeln und wenig Fett an, so dass ihr Fleisch sehr fettarm ist. Gleichzeitig verursacht diese Mutation, dass die Kälber alle per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden müssen. Der Besuch auf diesem Hof war interessant, verursachte aber sehr gemischte Gefühle, die vor allem die unnatürliche Geburt der Kälber und die großen Massen an Fleisch betrafen, die mit dieser Rasse produziert werden. Auf diesem Hof stießen noch zwei Frauen mit drei Kindern in Anhängern zu uns und so war unser Grüppchen schon wieder gewachsen. Unser jüngster Mitfaher ist erst 2 Monate alt!

Mittags hatten wir der Küche frei gegeben und freuten uns auf echte belgische Pommes Frites mit vielen verschiedenen Saucen. Wir machten Pause in St. Hubert und dort erwies sich die Suche nach einer Friterie als schwieriger als gedacht. Irgendwann wurden wir aber fündig, die Pommes Frites waren allerdings nur mittelmäßig. Morgen wartet glücklicherweise wieder unsere Küche auf uns!

Nach der Mittagspause fuhren wir weiter über kleine Straßen und erreichten bald einen kleinen Wald mit einer wunderschönen langen Abfahrt hinunter an einen Fluss. Natürlich mussten wir diese Höhenmeter auf der anderen Seite wieder hoch, belohnten uns oben dann aber mit einem Kaffee. Danach erreichten wir bald Wavreilles, ein kleines Dorf, in der Nähe von Rochefort, wo wir auf dem Milch-Hof von Claudie und Katja mit einer Fanfare und großem Applaus empfangen wurden. Das Essen war schon fertig und nach und nach kamen immer mehr Gäste, die alle etwas zu essen mitbrachten. Jetzt reichen unsere Vorräte bis Brüssel! Später kamen sogar der Bürgermeister und die kommunale Verantwortliche für Landwirtschaft. Noch lange saßen wir zusammen und aßen und tranken.

September 16, 2012

Von Habay-la-Vieille nach Libramont

Der Morgen begann nach dem Frühstück mit einer ausführlichen Spülaktion um das Geschirr von unserem großen Kochen in Luxemburg zu säubern. Anschließend bekamen wir eine Führung über den Hof. Auf der Weide standen 26 verschieden große, verschieden farbige, langhaarige und kurzhaarige Esel und ließen sich von uns ausgiebig durchkraulen. Anschließend besuchten wir die Gemüsegärten des Hofs und lernten die Arbeit dort kennen.
Danach ging es los! Auf ruhigen Nebenstraßen fuhren wir berghoch und bergrunter durch die Ausläufer der Ardennen. Der Himmel war bewölkt und es war merklich kälter als gestern. Mittags setzte dann noch leichter Nieselregen ein. Daher freuten wir uns besonders als wir mittags bei dem kleinen Hof von Roland ankamen. Warmes Essen und ein knisternder Holzofen warteten auf uns. Nachdem wir am Ende unserer langen Mittagspause Rolands Pferde mit ihm gemeinsam auf die Weide gebracht hatten, ging es weiter auf kleinen Straßen nach Libramont, wo wir die Nacht in einem Fußballclub verbrachten. Leider nicht, wie zunächst angenommen, in der Turnhalle, sondern in den Umkleidekabinen. Das war mal etwas Neues – wenigstens aber trocken und warm!

September 14, 2012

Aktion in Luxemburg und Ankunft in Belgien

Tief und fest haben wir im großen Matratzenlager bei den Pfadfindern geschlafen. Morgens war die Luft kalt und herbstlich. Nach dem Frühstück mit warmem Brei ging es dann am Fluss entlang Richtung Zentrum. Da das Zentrum in der Hochstadt liegt, mussten wir unsere Fahrräder mit dem Aufzug hinauf transportieren. Oben angekommen erreichten wir nach wenigen Metern den Place Guillaume II auf dem bereits unser großer roter LKW und die kleine blaue Küche standen und uns die lokalen Organisatoren von natur & ëmwelt erwarteten.

Schnell standen Tische und Bänke, die Infostände wurden aufgebaut und die Banner aufgehängt. In der Küche halfen viele fleißige Helferinnen und Helfer beim Schnippeln und schon bald wehte der Geruch von Knoblauch-Suppe mit knusprigen Croutons über den Platz. Die Bänke füllten sich schnell und eine lange Schlange hungriger Menschen zog sich über den Platz. Über 300 Menschen ließen sich die leckere Suppe schmecken. Das französische Fernsehen machte zahlreiche Interviews, filmte die Küche und die Good Food Marcher beim Radeln. Nach diesem erfolgreichen Auftakt fuhr der Großteil der Radlerinnen und Radler weiter Richtung Belgien. Eine kleine Delegation blieb jedoch in Luxemburg um im Landwirtschaftsministerium den luxemburgischen Agrarminister Romain Schneider zu treffen.

Das Treffen mit dem Agrarminister und seinen Kollegen war sehr interessant, der Good Food March wurde präsentiert und die lokalen Partnerorganisationen stellten sich vor. Agrarminister Schneider erklärte, dass für ihn Ernährungssicherheit und faire Preise, ebenso wie der Schutz der natürlichen Ressourcen und der ländlichen Entwicklung im Vordergrund stehen würden. Luxemburg ist europaweit einer der Vorreiter im Bereich Gentechnikfreiheit und lässt keinen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu. Außerdem drückte er seine Freude darüber aus, dass zunehmend Jungbäuerinnen und –bauern Interesse am Anbau heimischer Eiweißpflanzen haben. Er betonte außerdem, wie wichtig es sei, Nahrungsmittelspekulationen zu unterbinden. Er wies jedoch auch darauf hin, dass noch viel Überzeugungsarbeit im Parlament nötig sei um die Vorschläge des EU-Agrarkommissars Dacian Ciolos auf den Weg zu bringen, da inzwischen über 8000 Änderungsanträge vorliegen würden, die in den nächsten Wochen verhandelt werden müssten. Er wolle sich aber dafür einsetzen, dass der EU-Haushaltsanteil, der bisher für die GAP verwendet wurde, in dieser Höhe weiter bestehen bliebe.

Die kleine Delegation des Good Food Marchs fuhr anschließend mit dem Zug weiter bis an die luxemburgisch-belgische Grenze. Nach einigen Kilometern auf dem Fahrrad trafen wir dann auf die anderen Radlerinnen und Radler, die in Weyler mit der Küche auf uns warteten. Nach der willkommenen Stärkung ging es weiter.

Inzwischen war es spät geworden und es wurde deutlich, dass es noch etwas dauern würde bis zu unserem Nachtquartier. Dort wartete schon ein Fernsehteam auf uns, das sich kurzerhand entschied uns entgegenzufahren. In Arlons empfing uns also TV Lux und filmte uns auf verschiedenen Strecken. Mit verschiedenen Teilnehmerinnen wurden Interviews in Französisch, Deutsch und Englisch geführt um auch den europäischen Gedanken des Good Food Marchs und dieser Region stärker zu betonen. Anschließend ging es weiter auf die Asinerie l’O in Habay-la-Vieille, einer Esel-Farm, die mit geistig und körperlich behinderten Menschen arbeitet. Hier wurden wir vom Mouvement Action Paysanne empfangen und man saß noch gemütlich bei Speis und Trank beisammen.

September 12, 2012

Über die Mosel nach Luxemburg

Die Nacht war kalt gewesen und es hatte geregnet, doch das Frühstück und heißer Kaffee und Tee wärmten uns. Als wir starteten hatten sich die Regenwolken verzogen und wir fuhren an der Mosel entlang nach Schengen. Dort erwarteten uns die Organisatoren der luxemburgischen Route um uns weiter zu begleiten. Am Denkmal des Schengen-Abkommens machten wir noch einige Fotos und auch die Presse bat noch um einige Bilder am Ufer mit der Schengen-Brücke im Hintergrund. Danach verließen wir bald die Mosel und fuhren wieder die Berge hinauf. Zwischen einigen steilen Etappen gab es aber auch immer wieder längere Abfahrten. Nach einem kurzen aber kräftigen Regenschauer freuten wir uns alle auf die heiße Suppe, die uns unsere Küche mittags an einer alten Römersiedlung servierte. Danach ging es hügelig weiter bis wir den Fluss Alzetter erreichten, dem wir bis zu unserem heutigen Nachtquartier folgten. Dies ist ein Haus der Pfadfinder, wo wir entweder in unseren Zelten draußen oder im Matratzenlager drinnen übernachten können.

September 12, 2012

Von der Saar an die Mosel

Mettlach, wo wir die vergangene Nacht verbrachten, liegt an der Saar. Am Morgen mussten wir also nur noch den Berg hinunterrollen und fuhren dann an der Saar entlang. Landschaftlich schön lag die Saarschleife, eine Haarnadelkurve im Fluss, in tiefhängenden Wolken. Es hatte leicht geregnet, aber inzwischen war die Sonne wieder herausgekommen.

Schon bald verließen wir die Saar und machten uns bereit für die nächste Bergetappe. Steil ging es die Ausläufer des Hunsrücks hinauf. Nach weiteren Hügeln auf dem Plateau trafen wir unsere Küche und freuten uns auf eine Stärkung. Danach ging es mal bergauf mal bergab weiter bis nach Frankreich und durch die Weinberge hinunter an die Mosel. Nachdem wir uns im Gemeindezentrum und dem angrenzenden Campingplatz eingerichtet hatten, besuchten wir Norbert Handrick auf seinem Hof, wo er 300 Mutterschafe hält und Erdbeeren, Kartoffeln und Knoblauch anbaut. Nach einem kleinen Umtrunk mit Erdbeer-Sekt ging es zum gemeinsamen Abendessen zurück in das Gemeindezentrum, wo es heiße Suppe und leckeren Ziegenkäse mit frischem Brot gab. Gemütlich saßen wir noch lange beisammen.

September 12, 2012

Fortuna bringt kein Glück! Aktion vor der BASF-Zentrale

Unseren freien Tag verbrachten wir bei strahlendem Sonnenschein auf dem Karcherhof. Wir nutzten ihn zum Waschen, Ausspannen, aber auch inhaltlich bei einem Vortrag über die Seilschaften der deutschen Gentechnikbetreiber und zur Vorbereitung unserer BASF-Aktion am nächsten Tag.

Am Montag schwangen wir uns dann ausnahmsweise nicht auf die Fahrräder, sondern stiegen in die Autos. Es ging 130 km über die Autobahn nach Ludwigshafen. Nach einer kurzen Besprechung machten wir uns dann auf den Weg zu Tor 2 der BASF.

Unser Protest vor der BASF-Zentrale bezog sich auf die Fortuna, einer geplanten Gentechnik-Speisekartoffel für die Pommes-Produktion. Gemeinsam mit Bäuerinnen und Bauern, Verbraucherinnen und Verbrauchern forderten wir von der BASF einen Stopp des EU-Zulassungsverfahren für Fortuna. Unsere Botschaft: Wir wollen gesunde Kartoffeln von Bauern statt Gen­technik-Risiko-Pommes von BASF. Der Konzern muss seine geplante Gen­technik-Speisekartoffel ‚Fortuna‘ einstampfen und soll lieber Kraft in die Forschung von gesun­den, um­welt­verträglichen Kartoffeln stecken. Das Versprechen von BASF, mit For­tuna ließe sich die Kraut- und Knollen­fäule bei Kartoffeln ‚voll­ständig und dauerhaft verhindern’, überzeugt uns nicht. Die angebliche Resis­tenz der BASF-Kar­tof­fel gegen diese Krankheit beruht nur auf zwei Genen. Wir gehen davon aus, dass die­se Resistenz sehr schnell durchbrochen wird. Natürlich nehmen wir diesen Krank­­heits­erreger im Kartoffelanbau sehr ernst, weil er zu hohen Ertragsverlusten führen kann. Deshalb unterstützen wir die bereits praktizierten, pflanzenzüchterischen Wege, tole­rante Kartoffelsorten gegen Kraut- und Knollenfäule ohne Gentechnik weiter zu entwickeln und deren Anbau.

Wir setzen uns auf unserem Good Food March nach Brüssel für eine bäuerliche und ökologische EU-Agrarreform ein. Die Erzeugung von gesunden Lebensmitteln und eine gentech­nikfreie, umwelt- und klimaschonende Landwirtschaft stehen auf der politischen Tages­ord­nung. Agrarpolitik geht nicht mehr ohne gesellschaftliche Zustimmung – das müssen auch die Konzernstrategen eines Weltkonzerns BASF begreifen.

Nach der Kartoffelaktion ging es mit dem Auto zurück an die Saar nach Mettlach, wo uns die Abtei-Brauerei zum Bio-Bier eingeladen hatte.

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