Aktion in Luxemburg und Ankunft in Belgien

Tief und fest haben wir im großen Matratzenlager bei den Pfadfindern geschlafen. Morgens war die Luft kalt und herbstlich. Nach dem Frühstück mit warmem Brei ging es dann am Fluss entlang Richtung Zentrum. Da das Zentrum in der Hochstadt liegt, mussten wir unsere Fahrräder mit dem Aufzug hinauf transportieren. Oben angekommen erreichten wir nach wenigen Metern den Place Guillaume II auf dem bereits unser großer roter LKW und die kleine blaue Küche standen und uns die lokalen Organisatoren von natur & ëmwelt erwarteten.

Schnell standen Tische und Bänke, die Infostände wurden aufgebaut und die Banner aufgehängt. In der Küche halfen viele fleißige Helferinnen und Helfer beim Schnippeln und schon bald wehte der Geruch von Knoblauch-Suppe mit knusprigen Croutons über den Platz. Die Bänke füllten sich schnell und eine lange Schlange hungriger Menschen zog sich über den Platz. Über 300 Menschen ließen sich die leckere Suppe schmecken. Das französische Fernsehen machte zahlreiche Interviews, filmte die Küche und die Good Food Marcher beim Radeln. Nach diesem erfolgreichen Auftakt fuhr der Großteil der Radlerinnen und Radler weiter Richtung Belgien. Eine kleine Delegation blieb jedoch in Luxemburg um im Landwirtschaftsministerium den luxemburgischen Agrarminister Romain Schneider zu treffen.

Das Treffen mit dem Agrarminister und seinen Kollegen war sehr interessant, der Good Food March wurde präsentiert und die lokalen Partnerorganisationen stellten sich vor. Agrarminister Schneider erklärte, dass für ihn Ernährungssicherheit und faire Preise, ebenso wie der Schutz der natürlichen Ressourcen und der ländlichen Entwicklung im Vordergrund stehen würden. Luxemburg ist europaweit einer der Vorreiter im Bereich Gentechnikfreiheit und lässt keinen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu. Außerdem drückte er seine Freude darüber aus, dass zunehmend Jungbäuerinnen und –bauern Interesse am Anbau heimischer Eiweißpflanzen haben. Er betonte außerdem, wie wichtig es sei, Nahrungsmittelspekulationen zu unterbinden. Er wies jedoch auch darauf hin, dass noch viel Überzeugungsarbeit im Parlament nötig sei um die Vorschläge des EU-Agrarkommissars Dacian Ciolos auf den Weg zu bringen, da inzwischen über 8000 Änderungsanträge vorliegen würden, die in den nächsten Wochen verhandelt werden müssten. Er wolle sich aber dafür einsetzen, dass der EU-Haushaltsanteil, der bisher für die GAP verwendet wurde, in dieser Höhe weiter bestehen bliebe.

Die kleine Delegation des Good Food Marchs fuhr anschließend mit dem Zug weiter bis an die luxemburgisch-belgische Grenze. Nach einigen Kilometern auf dem Fahrrad trafen wir dann auf die anderen Radlerinnen und Radler, die in Weyler mit der Küche auf uns warteten. Nach der willkommenen Stärkung ging es weiter.

Inzwischen war es spät geworden und es wurde deutlich, dass es noch etwas dauern würde bis zu unserem Nachtquartier. Dort wartete schon ein Fernsehteam auf uns, das sich kurzerhand entschied uns entgegenzufahren. In Arlons empfing uns also TV Lux und filmte uns auf verschiedenen Strecken. Mit verschiedenen Teilnehmerinnen wurden Interviews in Französisch, Deutsch und Englisch geführt um auch den europäischen Gedanken des Good Food Marchs und dieser Region stärker zu betonen. Anschließend ging es weiter auf die Asinerie l’O in Habay-la-Vieille, einer Esel-Farm, die mit geistig und körperlich behinderten Menschen arbeitet. Hier wurden wir vom Mouvement Action Paysanne empfangen und man saß noch gemütlich bei Speis und Trank beisammen.

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One Comment to “Aktion in Luxemburg und Ankunft in Belgien”

  1. Reblogged this on Germanys next Kabinettsküche und kommentierte:
    Auf der Zielgeraden! Großartig!

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